Die folgende Präsentation enthält Audio- Bild- und Videomaterial. Es soll ein Eindruck von Kinshasa und sogenannter traditioneller Musik in Kinshasa vermittelt werden. Da es sich um eine musikwissenschaftliche Arbeit handelt, spielt der Klang eine wesentliche Rolle. Es lohnt sich, Kopfhörer aufzusetzen und sich ein paar Minuten Zeit am Stück zu nehmen, um dem Inhalt zu folgen.
Die Musik wurde während einer Probe des Orchesters Ballet Umoja in Kinshasa aufgenommen. Es handelt sich um ein Arrangement in dem mehrere Stücke der Manyanga Kultur aus der Provinz Kongo-Central zu einem Stück verarbeitet sind.
Das Bild konnte ich bei den Vorbereitungen zu einem Auftritt für eine Hochzeit machen. Die Gruppe war speziell dafür zusammen gestellt worden. Es werden die Felle der Ngomas aufgewärmt um sie zu stimmen.
Kinshasa ist die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo mit mittlerweile schätzungsweise mehr als 16 Millionen Einwohnern. Sie bildet einen Flickenteppich von Bewohnern aus dem Einzugsgebiet des ganzen Landes als auch internationaler Herkunft. Lingala ist zwar die Lingua Franca, man findet aber neben Französisch und den drei weiteren offiziellen Landessprachen Ciluba, Kikongo und Kisuaheli auch zahlreiche weitere Sprachen, lokale Dialekte und Sprachgemeinschaften. Etwa Mongo, Teke, Pende, Mbala, Yaka, Ngongo, Hungani, Mbund, Tandu, Nianga, Tetela, Kuba, Chokwe, Lele, Songye…. Durch den ruralen Exodus ist Kinshasa zu einem Schmelztiegel geworden, in dem sich auch die Konflikte wiederspiegeln, die das Land beschäftigen.
Der Film zeigt Aufnahmen aus Kinshasa. Sie entstanden während einer Produktion, die wir 2024 am Institut Français machen konnten. Dort waren sie Teil einer Aufführung. Ich habe das Material neu geschnitten um es an den hier verwendeten Kontext anzupassen. Sie sollen einen Eindruck des Stadtbildes vermitteln, es wird allerdings nur ein kleiner Ausschnitt gezeigt. Die Personen, die zu sehen sind, sind zufällig ausgewählt und haben einen repräsentativen Charakter.
Es gibt in Kinshasa einige Gruppen, die „musique folklorique“ praktizieren und oft haben professionelle Musiker und Tänzer ihre ersten Erfahrungen und Ausbildungen durch entsprechende Traditionen gemacht. Neben öffentlich aktiven Gruppen, die bei Hochzeiten oder Beerdigungen gebucht werden, gibt es auch im informellen Rahmen, etwa bei privaten Feiern oder musikalischen Improvisationen unzählige Referenzen an sogenannte „traditionelle Musik“ und nicht selten sind auch Metaphern in der Popularmusik von traditionellen Bildern inspiriert. Das heißt, die Beziehungen zwischen traditionellen, ländlichen Kulturen, Kontexten und Rollen, sowie der Gesellschaft der Großstadt sind vielfältig und zeigen sich besonders auch an musikalischen Entwicklungen. Nachfolgend sind einige Filmaufnahmen zu sehen, die Musik zeigen welche man als „traditionell“ bezeichnen kann, da vor allem Repertoire aus verschiedenen Regionen des Landes mit traditionellen Instrumenten gespielt wird. Die Aufnahmen wurden in den Jahren 2024 und 2025 in Kinshasa gemacht.
Im Film sind Aufnahmen von Proben des Ballet Umoja zu sehen, einem Orchester was es sich zur Aufgabe gemacht hat, die verschiedenen Traditionen des Landes betreffend Tanz und Musik zu praktizieren. Im Film wird die Pende Kultur präsentiert. Es ist sehr eindrucksvoll zu sehen, wie Tanz und musikalische Figuren in einer Choreographie synchronisiert sind.
Der Musiker Bouton spielt das Likembe Solo, gemeinsam mit einem Likembe Bass, einer Rassel und einer kleinen Trommel. Ihre Musik wird mit der Provinz Kongo-Central assoziiert.
Tandjolo bezeichnet sich selbst als "Mutetela Premier", den ersten der Batetela. Er spielt hier zusammen mit seinem Kollegen Otshudi das Lokombe, ein Instrument, das aus einem einzigen Stück Holz hergestellt wird.
Kaas Ambiance ist eine Gruppe der Mbuun. Sie spielen mit dem Langung, einem Musikbogen der Ähnlichkeiten hat mit dem brasilianischen Berimbau.
Auch Papa Kayembe spielt mit dem Langung Lieder der Mbuun. Hier im Studio zur Vorbereitung eines Konzerts.
Pierrette Nsele Soyi repräsentiert mit ihrer Gruppe die sogennante autochthone oder indigene Bevölkerung aus dem Gebiet Ingende in der Provinz Equateur.
Man sieht Proben des Ballet Malebo, die das gleiche Lied der Manyanga Kultur aus der Region Kongo-Central aufführen, wie schon am Anfang der Präsentation gezeigt.
Das Ndara Manyanga ist eines der wenigen traditionellen Saiteninstrumente, die aktuell in Kinshasa in Gebrauch sind. Djikens, der hier spielt hat auch eine Werkstatt in der er die Instrumente herstellt.
Das Ballet Mbili präsentiert eine Zeremonie der Basengele. Die Präsentation findet im Viertel Yolo Nord in einer Seitenstrasse statt, wo die Gruppe auch regulär probt.
Ich habe wenig zusätzliche Informationen zu den Filmaufnahmen gegeben, da ich denke die Bilder und die Musik sprechen erstmal für sich. Bei Interesse schreiben Sie mir aber gerne und ich versuche Fragen zu beantworten. Die Musiker sind natürlich mit einer Veröffentlichung des Materials im Rahmen der Forschungsarbeit einverstanden. Sie möchten gerne, dass ihre Musik einem breiteren Publikum zugänglich ist.
Außer mit Film- und Audioaufnahmen arbeite ich mit Interviews. Im Folgenden sind einige Textstellen auf französich zu lesen und zu hören. Es bietet sich an, die Audioaufnahme anzuhören und gleichzeitig den Text zu lesen.
Die Bilder lassen sich anklicken
André Lokua Nkubiri ist ein Instrumentenbauer, der sich auf traditionelle Instrumente spezialisiert hat. Er betreibt eine kleine Boutique am Kreuzungspunkt Bongolo, wo wir uns öfters trafen. Lokua stellt eine größere Bandbreite an traditionellen Instrumenten her und hat sich auch ihrer Erhaltung gewidmet. Er arbeitet im Musée National und am INA (Institut National des Arts). Außer als Instrumentenbauer versteht er sich auch als Musiker und Musikethnologe und man merkt ihm an, dass er in der Thematik bewandert ist.
Ameede Kilema ist der langjährige künstlerische Leiter des Ballet Umoja, eines der bekanntesten Ballets in Kinshasa, das Musik und Tanz unterschiedlicher Kulturen aus dem Kongo praktiziert. Er spricht unter Anderem über das Verschwinden der traditionellen Instrumente.
Huguette Tolinga ist eine der wenigen Frauen, die als Instrumentalistin beziehungsweise Perkussionistin bekannt ist. Sie kommt aus Boende/Equateur und begleitet viele Projekte im zeitgenössischen Bereich. Sie unternimmt regelmäßig Tourneen nach Europa und ein Interview zum Thema haben wir in Deutschland gemacht. Wir sind mittlerweile verheiratet. Sie spricht hier über Kinshasa und was die Stadt für sie und ihre Musik bedeutet.
Ta-Luyobisa ist ein Xylophonist aus der Region Kongo-Central der seit einigen Jahren auch in Kinshasa lebt und sich einen Namen im traditionellen und zeitgenössischen künstlerischen Milieu gemacht hat. Wir sprechen sowohl über spezifisch musikalische Fragen als auch über Fragen zur Stadt. Im Hintergrund ist die Musik einer benachbarten christlichen Kirche zu hören.
Ende der Präsentation
Philipp Kuhn
Musikethnologie
Hochschule für Musik und Theater München
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Très bien
Je crois qu'il vient au bon moment d'en parler,la musique dite folk (traditionnelle) est une maternité de bcp de formes que vous avons à ce jour dont l'une est notamment la Roumba. Malheureusement,dans la connaissance de plusieurs elle ne trouve pas vraiment une expression. Y a une cassure importante entre les générations,or dans son sens authentique,le folk est un outil indispensable (communication, information,et autres rites ancestraux) qui définit notre souche. Mais l'on y prête attention. À travers les démarches de Phillip Kuhn,nous espérons que nous mettrons à profit des échanges sur le plan scientifique que social autour de notre culture par le biais de sa musique d'origine. Bravo pour ce travail
Je tiens à te féliciter chaleureusement toi Phillip cet artiste passionné qui accomplit un travail remarquable dans le domaine de l’ethnomusicologie. À travers tes recherches et ton engagement, tu contribue à mieux comprendre comment la musique traditionnelle évolue et trouve sa place au cœur de la capitale moderne.
Félicitation pour le travail et merci pour cet honneur mais je vais savoir si le travail fait parti de la thèse de doctorat et si oui si il est déjà soutenu.
Bonjour Philipp ! Bravo pour cette belle trouvaille 🇨🇩❤️